8th Wonderland

Ein Film von Jean Mach und Nicolas Alberny
F 2008 | 94min | OmU | 35mm

 

Das 8. Weltwunder müsste das Paradies sein.

Ein demokratisches Eldorado, wo Gleichheit und Menschlichkeit wie Milch und Honig fließen.

Auch wenn diese utopisch anmutende Vorstellung die politischen Ambitionen eines jeden Jungrevolutionärs in den Schatten stellen dürfte, gilt sie den Bewohnern des ersten virtuellen Staates, dem 8. Wonderland, doch als drängendes Ausrufezeichen. Millionen betreten täglich dieses Land, um etwas durchzusetzen, was kaum noch möglich scheint: Veränderung. Nichts weniger als die Verbesserung der Welt steht dabei ganz oben auf der Liste. Das Politische muss aus seinem Asyl zurückkehren, die Systemfrage gestellt werden dürfen.

Das 8. Wonderland ist auf keiner Landkarte verzeichnet und hat nichts mit dem Leben in konventionellen Staaten gemeinsam. Wo sonst Landschaften blühen, oder eben nicht, wo sich sonst hauptstädtisches Treiben, Kapital oder Waren konzentriert, wo sich in konventionellen Staaten Ränder, Zonen und Provinzen bilden, kennt das 8. Wonderland nur Beziehungen, Netze und Kommunikation.

Das 8. Wonderland ist ein neuer, sozialer Raum und er wächst und vergrößert sich unaufhaltsam durch die gemeinsamen Aktionen seiner Bewohner. Die virtuellen Staatsbürger schweben im 8. Himmel, der neuen Heimat eines demokratischen Geistes. Ihr Lebens-Rhythmus wird durch keinen Glockenschlag bestimmt. Hier kennt man nur einen Rhythmus ? den der wöchentlichen Abstimmung über Zusammenleben, Aktionen und die Aufnahme revolutionärer Beziehungen zu den geobasierten Ländern. So sieht es die Verfassung des 8. Wonderland vor. Totale Demokratie ist das Ziel, doch dieser paradiesische Zustand kennt viele Zwischentöne, wie die Bewohner des 8. Wonderland bald am unverwüstlichen eigenen Leib erfahren müssen.

 

Medienberichterstattung